Schwarzwurzeln

Wurzelgemüse · Schwierigkeit mittel

Schwarzwurzeln (Scorzonera hispanica)
Foto: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Scorzonera hispanica · Korbblütler (Asteraceae)

Schwarzwurzeln sind ein Wintergemüse mit langen, schwarzen Pfahlwurzeln. Sie werden im Frühjahr gesät, wachsen den ganzen Sommer und können von Oktober bis ins Frühjahr geerntet werden. Direkt ins Beet geht es 12. Apr – 10. Mai. Geerntet werden kann 4. Okt – 27. Dez. Ernte (Frühjahr): 4. Jan – 22. Mär.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
25 bis 30 cm zwischen den Reihen, 6 bis 8 cm in der Reihe
Wuchshöhe
60 bis 100 cm (mit Blüte)
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
10 °C

Gießen

Von Juli bis September gleichmäßig feucht halten, dann wachsen die Wurzeln am stärksten.

Mehr über Schwarzwurzeln bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)12. Apr – 10. Mai
Ernte (Herbst)4. Okt – 27. Dez
Ernte (Frühjahr)4. Jan – 22. Mär
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 1.–29. Apr und 22. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • In den ersten Wochen regelmäßig Unkraut jäten, die Keimlinge wachsen langsam.
  • Blütenstängel früh ausbrechen, sonst verholzen die Wurzeln.
  • Im Winter bei Dauerfrost die Reihen mit Laub oder Stroh abdecken, dann kann man weiter ernten.

Düngen

Bio: Im Frühjahr etwa 2 bis 3 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Keinen frischen Mist geben, sonst verzweigen die Wurzeln.

Konventionell: Einen Volldünger mit wenig Stickstoff nach Packungsangabe, grob etwa 40 g je m² vor der Saat.

Mehr und besser ernten

  • Tief gelockerter Boden bringt lange, glatte Wurzeln.
  • Pflanzen, die im ersten Jahr nicht geerntet werden, wachsen weiter und liefern im zweiten Herbst dickere Wurzeln.
  • Nur frisches Saatgut verwenden, die Samen keimen schon nach einem Jahr deutlich schlechter.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Steiniger oder verdichteter Boden
Stößt die Pfahlwurzel auf Steine oder eine harte Schicht, verzweigt sie sich und bleibt kurz. Vor der Saat tief lockern.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Echter MehltauKrankheit

    Im Spätsommer oft weißer Belag auf den Blättern. Meist geht die Ernte trotzdem, bei starkem Befall bleiben die Wurzeln dünner.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

  • WühlmäuseSchädling

    Fressen im Winter gern an den Wurzeln im Boden. Bei Befall die Wurzeln früher ernten und einlagern.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Pflanzen welken plötzlich und lassen sich ohne Wurzeln herausziehen. Flache, unregelmäßige Erdhügel (anders als die runden, hohen Hügel des Maulwurfs), Gänge dicht unter der Oberfläche, angenagte Möhren und Kartoffeln.

    Wann: Ganzjährig, am meisten Schaden im Herbst und Winter

    Vorbeugen

    • Hochbeete mit einem engmaschigen Drahtgitter (Maschenweite höchstens 13 mm) am Boden bauen.
    • Pflanzkörbe aus Draht für Knollen und wertvolle Pflanzen.
    • Katzen, Greifvögel und Wiesel halten den Bestand klein; eine Sitzstange für Greifvögel am Beet hilft.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Den Gang freilegen und prüfen, ob er wieder verschlossen wird (Verwühlprobe). Dann ist er bewohnt.
    • Fallen, die für Wühlmäuse gemacht sind, in bewohnte Gänge stellen. Das ist die wirksamste Methode.
    • Gerüche wie Knoblauch oder Holunderjauche vertreiben die Tiere höchstens kurz.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Giftköder und Begasungsmittel für den Haus- und Kleingarten. Sie gefährden auch Haustiere und andere Tiere; Fallen sind die sicherere Wahl.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Im April säen, wenn der Boden etwa 10 °C hat. Zu früh gesät, schießen sie schon im ersten Jahr in Blüte.
  2. Etwa 1,5 bis 2 cm tief säen und nach dem Aufgehen auf 6 bis 8 cm vereinzeln.
  3. Beim Ernten neben der Reihe einen tiefen Graben ausheben und die Wurzeln vorsichtig herauslösen, sie brechen leicht.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Hoffmanns Schwarzer Pfahl
Alte, samenfeste Sorte mit langen, glatten Wurzeln.
Duplex
Samenfeste Sorte mit kräftigen Wurzeln für den Hausgarten.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zu früh säen. In kaltem Boden gesät, blühen die Pflanzen oft schon im ersten Jahr; erst ab April säen.
  • Auf flachgründigem oder steinigem Boden anbauen. Die Wurzeln verzweigen sich; den Boden tief lockern oder im tiefen Hochbeet anbauen.
  • Die Wurzeln beim Ernten herausziehen. Sie brechen und bluten dann aus; vorsichtig ausgraben.

Häufige Fragen zu Schwarzwurzeln

Warum kleben die Hände nach dem Schälen von Schwarzwurzeln?

Schwarzwurzeln enthalten einen milchigen Saft, der an der Luft klebrig wird und die Haut braun färbt. Beim Schälen Handschuhe tragen und die geschälten Wurzeln sofort in Essigwasser legen.

Kann man Schwarzwurzeln im Boden überwintern lassen?

Ja, sie sind winterhart und lassen sich bei offenem Boden den ganzen Winter ernten. Bei Dauerfrost die Reihen abdecken, dann bleibt der Boden grabbar.

Wie lange halten Schwarzwurzeln nach der Ernte?

Ungeschält in feuchtem Sand im kühlen Keller halten sie mehrere Wochen. Im Kühlschrank bleiben sie in einem feuchten Tuch etwa eine Woche frisch.

Quellen zu Schwarzwurzeln

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

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