Rhabarber

Stielgemüse · Schwierigkeit leicht

Rhabarber (Rheum rhabarbarum)
Foto: Magnus at German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Rheum rhabarbarum · Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Rhabarber ist eine mehrjährige Staude, die zehn Jahre und länger am selben Platz steht. Ab dem zweiten Jahr liefert sie im Frühjahr säuerliche Stiele für Kuchen und Kompott. Ins Freie gepflanzt wird 8. Mär – 12. Apr. Geerntet werden kann 19. Apr – 28. Jun. Pflanzen (Herbst): 6. Sep – 25. Okt.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
100 x 100 cm
Wuchshöhe
60 bis 150 cm (Blüte bis 2 m)
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Starkzehrer

Gießen

Reichlich, vor allem in der Erntezeit. Die großen Blätter verdunsten viel Wasser.

Mehr über Rhabarber bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Pflanzen (Frühjahr)8. Mär – 12. Apr
Ernte19. Apr – 28. Jun
Pflanzen (Herbst)6. Sep – 25. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Feb und 18. Mär ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Blütenstiele früh herausbrechen, sie kosten die Pflanze viel Kraft.
  • Nach der Ernte gut düngen und gießen, dann bildet sie Reserven für das nächste Jahr.
  • Alle acht bis zehn Jahre im Herbst ausgraben, teilen und an neuer Stelle pflanzen.

Düngen

Bio: Im Frühjahr und nach der Ernte je etwa 4 Liter Kompost je m², dazu gut verrotteten Mist im Herbst.

Konventionell: Im Frühjahr und nach der Ernte je etwa 50 g Volldünger je m².

Mehr und besser ernten

  • Stiele nicht schneiden, sondern mit einer Drehung am Grund herausziehen.
  • Nie mehr als die Hälfte der Blätter auf einmal ernten.
  • Rotstielige Sorten schmecken milder als grünstielige.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Trockenheit
Bei trockenem Boden werden die Stiele dünn und faserig. Mulchen und in der Erntezeit durchdringend gießen.
Staunässe
Im nassen Boden faulen die Wurzelstöcke. Auf gut durchlässigen Boden pflanzen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • BlattfleckenkrankheitKrankheit

    Rote bis braune Flecken auf den Blättern, vor allem im Spätsommer. Befallene Blätter abnehmen, die Ernte ist meist schon vorbei.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Runde, braune bis graue Flecken mit dunklem oder rötlichem Rand, oft mit winzigen schwarzen Punkten darin. Die Flecken fließen zusammen, die Blätter vertrocknen von außen nach innen.

    Wann: Juli bis September, bei warmem, feuchtem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht über die Blätter gießen und weit genug pflanzen.
    • Dieselbe Pflanzenart erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet setzen.
    • Pflanzenreste nach der Ernte abräumen, der Pilz überwintert darauf.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, um die Blätter zu stärken.

    Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, sie wirken nur vorbeugend. Bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.

  • NacktschneckenSchädling

    Schnecken fressen an den austreibenden Stielen im Frühjahr. Im zeitigen Frühjahr regelmäßig nachsehen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Im ersten Jahr nicht ernten, im zweiten nur wenig. Die Pflanze braucht Zeit, um kräftig zu werden.
  2. Nach dem Johannistag (24. Juni) nicht mehr ernten, dann erholt sie sich bis zum nächsten Jahr.
  3. Die Blätter nicht essen, sie enthalten viel Oxalsäure. Auf den Kompost oder als Mulch verwenden.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Holsteiner Blut
Rote Stiele mit rötlichem Fruchtfleisch, mild und aromatisch.
Frambozen Rood
Himbeerrhabarber mit roten Stielen und feinem, fruchtigem Geschmack.
Goliath
Grünfleischige Sorte mit dicken Stielen und hohem Ertrag, dafür etwas saurer.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Rhabarber in einen kleinen Platz am Beetrand quetschen. Er braucht etwa einen Quadratmeter und bleibt viele Jahre stehen; plane den Platz von Anfang an.
  • Stiele mit dem Messer abschneiden. Die Stümpfe faulen leicht; zieh die Stiele mit einer Drehung am Grund heraus.
  • Bis in den Sommer weiter ernten. Hör spätestens Ende Juni auf, sonst ist die Pflanze im nächsten Jahr schwach.
  • Im Frühjahr nur gießen und nicht düngen. Rhabarber ist ein Starkzehrer; gib im Frühjahr und nach der Ernte Kompost.

Häufige Fragen zu Rhabarber

Warum soll man Rhabarber nach Juni nicht mehr essen?

Die Pflanze braucht die Blätter ab dem Sommer, um Reserven für das nächste Jahr einzulagern. Außerdem steigt der Oxalsäuregehalt in den Stielen im Lauf des Jahres an. Die Stiele sind danach nicht giftig, aber saurer und faseriger.

Muss man Rhabarber schälen?

Junge, rote Stiele musst du meist nicht schälen. Bei dicken, älteren oder grünen Stielen lohnt es sich, die faserige Haut abzuziehen.

Kann man Rhabarber im Kübel halten?

Ja, wenn der Kübel groß ist, mindestens 40 bis 50 Liter. Halte die Erde gleichmäßig feucht und dünge jedes Frühjahr. Im Kübel bleibt die Ernte kleiner als im Beet.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Rhabarber?

Gepflanzt wird im Frühjahr oder im Herbst. Im Herbst ist der Boden noch warm, die Pflanze wurzelt ein und startet im Frühjahr kräftiger. Teilstücke mit mindestens einer dicken Knospe setzen.

Quellen zu Rhabarber

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

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